Kinderstube für Forellen und Co.
"Das Bett ist bereitet", schmunzelt der Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Obere Treene, Karl-Heinz Köster, mit einem Hinweis auf eine Kiesbank im Mühlenstrom. 40 000 Euro hat der Verband investiert, damit der Mühlenstrom auf einer Länge von 1300 Metern den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie entspricht. Eine Vorgabe, die neben der schadlosen Ableitung des Niederschlagwassers auch den Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen verbessern soll. Ein Ergebnis dieser Arbeiten ist auch ein Laichplatz für Forellen.
Ein Flächentausch der Gemeinde Satrup mit einem Obdruper Landwirt hat die naturnahe Gestaltung des Mühlenstromes ermöglicht. Ein zehn Meter breiter Randstreifen und das Aufsetzen eines wuchtigen Knickwalles sollen eine Abgrenzung zwischen der landwirtschaftlich genutzten Fläche und dem Gewässer schaffen. Unmittelbare Einträge in das Wasser durch Abdrift und Erosion werden so vermieden. Deutlich breiter ist der Mühlenstrom durch die Böschungsabflachung geworden. Damit wird bei Starkregen die Fließgeschwindigkeit reduziert. Kuhlen im Strombett und flache Kiesbänke ergeben unterschiedliche Strömungen und ermöglichen es Fischen wie der Bach- und Meerforelle, ihren Laich dort abzulegen. Eine noch durchzuführende Bepflanzung führt zu einer Beschattung des Strombettes.
Der Mühlenstrom im Satruper Ortsteil Obdrup hat ein Einzugsgebiet von 1600 Hektar und ist acht Kilometer lang. Der Strom mündet in der Bondenau, die wiederum die Treene speist und dann in die Nordsee mündet.
Erstmals hat der Wasser- und Bodenverband einen Eigenanteil von zehn Prozent für eine Baumaßnahme aufbringen müssen. Karl-Heinz Köster unterstreicht, dass die naturnahe Gestaltung des Mühlenstromes im Einverständnis mit den Landeigentümern vorgenommen worden ist.
Der Wasser- und Bodenverband Obere Treene ist zuständig für die Gewässerunterhaltung in einem 15 882 Hektar großen Gebiet, das sich von der E 45 bis nach Sörup und von Husby bis nach Rüde erstreckt. Der Verband unterhält 150 Kilometer offene Gewässer und 200 Kilometer Rohrleitungen.








