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Buxtehuder Fischtreppe

Buxtehuder Fischtreppe löst sich bereits auf

Bauwerk muss ersetzt werden - Anglervereine wagen letzten Reparaturversuch

BUXTEHUDE. Die Fischtreppe am Granini-Wehr an der Moisburger Straße in Altkloster löst sich auf, das Eichenholz ist marode. "Die Fische können sie nicht mehr oder kaum noch passieren, vor allem Weißfischarten, Bachforelle und Meeresneunauge schaffen es kaum oder überhaupt nicht mehr", haben Karl-Hans Bahns und seine Mitstreiter von der Angler- und Naturschutzgemeinschaft Nord-Niedersachsen festgestellt. Jetzt haben Angler der Vereine Scheeben Wind (Buxtehude) und Frühauf (Hamburg) den "wahrscheinlich letzten Versuch" unternommen, die Fischtreppe "notdürftig" auszubessern.
Die Seitenwände des im Jahr 1990 für 45 000 Euro gebauten Passes lösen sich auf, die Angler warten das Bauwerk ehrenamtlich - auf eigene Kosten. Mehrere 1000 Euro steckten die Naturfreunde bereits in den Fischpass, um die "aquatische Passierbarkeit" (Durchgängigkeit) des Flusses für Fische und andere Wasserlebewesen zu "sichern". Nur Meeresforellen und Lachse, die das Wehr bei Hochwasser überspringen könnten, schafften es noch "verhältnismäßig leicht".
Dabei verlangt der Gesetzgeber längst eine Durchgängigkeit der Flussgewässer für Wasserlebewesen, so steht es in der EU-Wasserrahmenrichtlinie und in den neuen, seit dem 1. März 2010 gültigen Wasserhaushaltsgesetzen von Bund und Land. Die Crux: Es gibt noch keine Ausführungsbestimmungen und somit keinen Finanzier für einen Ersatz. Seit elf Jahren verfalle der Fischpass. Beim Bau war aus ökologischen Gründen statt Tropenholz die "ungeeignete" Eiche verwendet worden, der Sand-Wasser-Mix habe dem Holz stark zugesetzt.
"Die Wanderfische versuchen tagelang, in den Oberlauf der Este zu gelangen, es klappt selten", sagt das Scheeben-Wind-Mitglied Bahns. Viele der Fische, die das Stauwehr auf ihrem Weg zum Laichen unter allergrößten Anstrengungen überwinden, verlören sehr viel Energie. Nicht wenige sterben später beim Kampf um den besten Laichplatz. Die Folge sei bedrohlich: weniger Fische, geringere Artenvielfalt.
Als Notmaßnahme haben die Angler jetzt die Fischtreppe notdürftig verschalt, im September wurde ein Teil bereits mit Beton geflickt. Dadurch soll der Lockstrom wiederhergestellt werden, damit die Wanderfische (von Mai/Juni) bis Oktober wieder den Weg zu ihren Laichplätzen im Oberlauf finden. "Es muss bald ein ordentlicher Ersatz her, wir als Angler favorisieren eine Sohlgleite", betont Bahns. Der am Granini-Wehr 1990 realisierte Denil-Fischpass sei nicht mehr auf der Höhe der Zeit, dieser sei "zu selektiv, nicht alle Arten könnten aufsteigen", sagt Bahns und verweist auf die Weißfische.
Heutzutage setzten Naturschützer in Behörden und Verbänden auf die "Sohlgleite" - eine Wildwasser-Bahn für die Fische. Diese könnte "alle Fischarten passieren". Sie könnte auch als Laichgewässer genutzt werden. Oberhalb fehlten - aufgrund der Sandproblematik - Kiesbetten mit ausreichender Strömung.
Im Kreishaus habe die Sicherstellung der "aquatischen Passierbarkeit oberste Priorität", sagt Söhle, schließlich sei die Este ein FFH-Gebiet. Die 2009 diskutierte Sohlgleite sei "ein Ansatz". Diese Wanderfischautobahn könnte über Ausgleichsprojekte von Hamburg, Industrie oder Kraftwerksbauern finanziert werden. Und: Erst wenn ein Geldgeber in Sicht seit, werde geplant. 


Wildwasserbahn

Im Gespräch ist eine Sohlgleite. Das ist eine rund 500 Meter lange, geschwungene Rampe mit einer Basis aus Steinschüttungen. Ein Wildwasser im Kleinen. Mit dieser würde künftig der Höhenunterschied von zwei Metern zwischen der B 73-Brücke und Altkloster (Brücke an der Moisburger Straße) überwunden. Im Oberlauf des Flusses müsste oberhalb der Bundesstraße ein neuer Sandfang angelegt werden, um den Hochwasserschutz in der Innenstadt zu sichern. Ein Planfeststellungsverfahren und die Zustimmung der Stadt Buxtehude wären die Voraussetzung. Die Maßnahme, gerechnet wird mit Kosten von rund einer Million Euro, könnten sich zurzeit weder Stadt noch Landkreis leisten.

buxtehuder tageblatt