Biogasanlagen vs. Wandersalmoniden
Das Geschäft mit den Biogasanlagen in Deutschland boomt, eigentlich ein Grund zur Freude, daß diese Technologie sich auf dem Vormarsch befindet.
Doch leider trügt der schöne Schein, da klar ist, daß Mais der Brennstoff der Zunkunft sein soll.
Bereits 2006 wuchs die statistisch erfasste Energiemaisfläche um 132% auf 162.000 ha, die reale Anbaufläche lag aber bei ca. 500.000 ha. 2009 wurde die 2,0 Mio. Marke nur knapp verfehlt !
Anstelle von Gülle und Reststoffen werden heute gut 95% der Biogasanlagen mit Mais beschickt. In einigen Regionen sind die Pachtpreise auf z.T. über 1000 € / ha angestiegen, was vielerorts zu intensivem Grünlandumbruch geführt hat.
Trotz guter Forschungsergebnisse alternativer Kulturen konzentriert sich der Anbau weiterhin auf den Mais.
Doch was hat das mit unseren Wandersalmoniden zu tun ? Eine ganze Menge: Durch die intensive Maiswirtschaft werden auch Flächen genutzt, die früher für die Landwirtschaft unwirtschaftlich waren. Das hat oft den Effekt, das Flächen, die in unmittelbarer und mittelbarer Nähe zu den Auen und Flüßen liegen, nun wieder dem Produktivbetrieb zugeführt sind und bewirtschaftet und gedüngt werden.
Ausserdem liegen diese Flächen gute 6 Monate im Jahr brach und es wird auch keine Wintersaat ausgebracht.
So kommt es in dieser Zeit zu erheblichem Errosionsabtrag auf den Flächen, der durch Wind und Niederschläge in die Auen gelangt und dort die mit viel Einsatz und Geld angelegten Kiesbetten versandet, die zum Laichen der Wandersalmoniden nötig sind. Oder die Fischbrut wird durch Sedimentierung von eingebrachten Schwebstoffen erstickt.
Auch fehlen in vielen Auen sogenannte Sandfänger, die diesen Vorgängen entgegenwirken könnten.
Ein Sandfang ist eine becken- oder seeartige Erweiterung und Vertiefung eines Gewässers, die ständig durchflossen wird. Genügend große Feststoffpartikel, die schwerer sind als Wasser, können sich hier absetzen und werden nicht weitertransportiert.
Ausschlaggebend dafür ist die Verringerung der Fließgeschwindigkeit in solchen Becken.
Diese Technik wird auch in Kläranlagen verwendet. Sie ist in Flüssen und Auen schon im erfolgreichen Einsatz.
Die Gemeinden scheuen meist die Kosten für den Bau und die Entsorgung der Ablagerungen, die regelmäßig entfernt werden müssen.
Es ist auch zu erwähnen, das es nun wieder vermehrt zu Einwaschungen von Gülle und anderen Düngeprodukten kommt, deren Auswirkungen in den Au-Systemen heute noch nicht abzuschätzen sind.
Es gibt in Schlewig - Holstein zur Zeit keine Bezifferungen, wie viele Biogasanlagen noch dazu kommen werden, da es keine Grenze nach oben gibt. Einzig der Umbruch von Grünland ist mittlerweile gestoppt worden.
Es wird hier durch eine an sich gute und umweltverträgliche Energietechnik und deren schlechte und rabiate Energiepflanzenerzeugung jahrelanges Bemühen der Wiederansiedelung von Wandersalmoniden in unseren Auen und Flüssen gefährdet und die an einigen Stellen wieder aufgebauten Salmonidenbestände werden massiv bedroht.








