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Maisanbau setzt auch der Steinau zu – der Fluss versandet
Quelle: Lübecker Nachrichten 27.07.2011
Büchen – Der Gewässerunterhaltungsverband Büchen/Steinau bemüht sich um Einhaltung der Europäischen Richtlinien. Sandfänge sollen jetzt die Acker-Verwehungen aufhalten.
Mais, wohin das Auge schaut im Kreis. Der Gewässerunterhaltungverband Steinau/Büchen hat bei seinen Bemühungen zur Renaturierung des Flusses jetzt ein neues Problem: Immer mehr Landwirte nutzen ihre Flächen für den Maisanbau zur Speisung von Biogasanlagen. Die Ackerflächen liegen beim Mais lange brach und wenn es regnet, wird Sand in die Gewässer gespült. Es müssen Sandfänge gebaut werden.
Die rund 25 Kilometer lange Steinau entspringt in der Nähe Talkaus und mündet bei Büchen in den Elbe-Lübeck-Kanal. Das Einzugsgebiet beträgt rund 94 Quadratkilometer. Nachdem 2002 die Wasserrichtlinien kamen und Schleswig-Holstein in Regionen eingeteilt wurde, übernahm Günter Mund aus Büchen den Vorsitz. Der Verband ist Teil des Gewässer- und Landschaftsverbandes Herzogtum Lauenburg, der in Ratzeburg unter der Geschäftführung von Diplom-IngenieurAndreas Sassenhagen geführt wird. Die Aufgaben des Verbandes werden durch das Landeswassergesetz, das Landeswasserverbandsgesetz und das Gesetz über Wasser- und Bodenverbände geregelt. Zu den Aufgaben gehören der Ausbau einschließlich naturnahem Rückbau und Unterhaltung von Gewässern, Bau und Unterhaltung von Anlagen in und an Gewässern, Unterhaltung von Rohrleitungen. Der Verband hat etwas 50 Hektar des Einzugsgebietes der Steinau erworben oder entsprechende Nutzungsvereinbarungen mit den Anliegern getroffen, den Rest haben Gemeinden, Kreis und Land gekauft. „Wir haben Wehre entfernt, Begradigungen aufgehoben, Durchgängigkeit geschaffen und Mäander angelegt, damit Lachs und Meerforelle über Elbe-Lübeck-Kanal und Elbe aufsteigen können“, sagt Mund. Auch der Hochwasserschutz gehöre zu den Aufgaben des Verbandes. „Wenn es in Schwarzenbek permanent schüttet, laufen in Büchen die Keller voll.“ Der Verband schaue deshalb nach Überschwemmungsgebieten, damit das Wasser ausweichen könne.
„Seit fünf, sechs Jahren gibt es aber ein neues Problem. Der starke Maisanbau macht nicht nur den Jägern Kummer“, sagt Mund. Das Problem sei der Sandtrieb. „Die Ackerflächen liegen nach der Ernte ein halbes Jahr brach. Wenn dann durch Sturzregen viel Wasser auf einmal runter kommt, erhöht sich nicht nur die Fließgeschwindigkeit und die Ufer bröckeln ab, sondern der Sand von den Maisackern treibt in die Steinau. Der Fluss versandet zunehmend, und dann ist da kein Leben mehr.“
Das bestätigt auch Verbandsgeschäftsführer Andreas Sassenhagen. „Die Steinau fließt durch sandige Böden. Wenn es viel regnet, wird der Sand vom Acker weg geschwemmt.“ Im Kreis seien bereits einige kleine Sandfänge gebaut worden, zwei größere stehen in Wotersen auf dem zum Gut gehörenden Gelände an. Fördermittel seien beim Umweltministerium beantragt worden. Lobende Worte findet Günter Mund für den Gutsherrn: „Herr Gaedeke hat ohne Probleme sein Einverständnis dazu erteilt, dass wir die Sandfänge auf seinem Grundstück bauen dürfen.“








